Sonderurlaub im Todesfall

 

Wenn ein Mensch verstirbt, kann das für seine Angehörigen und Hinterbliebenen eine starke emotionale Belastung sein, die sich auf die Psyche und damit letztlich auch auf die Arbeitsleistung auswirkt. Dennoch wird Sonderurlaub im Todesfall nur in bestimmten Fällen gewährt. Unser 11880.com-Bestattung-Ratgeber sagt Ihnen, ob und wann Sie Anspruch auf Sonderurlaub im Todesfall haben und welche Faktoren für die Länge des Urlaubs es gibt.

Wann haben Sie Anspruch auf Sonderurlaub im Todesfall?

Sonderurlaub
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Arbeitnehmer haben normalerweise grundsätzlich Anspruch auf Sonderurlaub im Todesfall. Diese Art Sonderurlaub wird aus einer Art generellem Sonderurlaubskontingent abgedeckt und wird ähnlich behandelt wie zum Beispiel der bei der Geburt des eigenen Kindes. Und so muss auch der Sonderurlaub im Todesfall Sie persönlich betreffen, das heißt, der Todesfall muss sich im engeren Familienkreis ereignet haben, damit Ihr Arbeitgeber Ihren Sonderurlaub im Todesfall gewährt. 

Wie lang ist der Sonderurlaub im Todesfall?

Denn letztlich – und sofern Sonderurlaub nicht in Ihrem Tarifvertrag geregelt ist – hängt es auch zum Teil an der Kulanz Ihres Arbeitgebers, ob und wie lange Sie Sonderurlaub im Todesfall bekommen. Gesetzlich festgeschrieben ist die Dauer des Sonderurlaubs nicht, nur, dass es ein Anrecht auf Sonderurlaub in besonderen Fällen gibt. Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) sagt, dass ein unverschuldetes Fehlen aufgrund eines persönlichen Ereignisses innerhalb einer unerheblichen Zeit nicht zum Verlust des Gehalts führen kann. Diese sinngemäße Formulierung bietet also viel Spielraum für Interpretation und in der Konsequenz hängt die Dauer des Sonderurlaubs meist von der Schwere Ihrer Trauer ab, dem Verwandtschaftsgrad und auch von der Dauer Ihres Angestelltenverhältnisses.

Länge des Sonderurlaubs hängt ab von:

  • Verwandtschaftsverhältnis zum Toten
  • Länge der Betriebszugehörigkeit
  • Kulanz des Arbeitgebers

Unabhängig von der Länge des gewährten Urlaubs wird die Zeit für die vielen Dinge, die Sie tun müssen, kaum ausreichen. Daher sollten Sie versuchen, soweit möglich, strukturiert in diese Zeit zu gehen. Was für Aufgaben auf Sie zukommen, können Sie der Checkliste Todesfall entnehmen.

Sonderurlaub nur bei engen Verwandten?

Es gibt also keine gesetzlich festgelegten Fristen für den Sonderurlaub im Todesfall. Normalerweise gibt es durchschnittlich bei verstorbenen direkten Verwandten 2 Tage Sonderurlaub. Bei den Groß- oder Schwiegereltern, sowie Onkeln, Tanten oder Nicht-Verwandten gibt es in der Regel tendenziell keinen Sonderurlaub.

Durchschnittlich 2 Tage Sonderurlaub im Todesfall bei Tod von Verwandten 1. Grades:

  • eigenen Kindern
  • Eltern
  • Ehepartner

Wie wird Sonderurlaub im Todesfall beantragt?

Für den Antrag auf Sonderurlaub im Todesfall gibt es ebenfalls keine festen Vorgaben. Die meisten Arbeitgeber erwarten jedoch eine schriftliche Anfrage, im Prinzip auf gleichem Wege, auf dem auch der normale Urlaub beantragt wird. Sollte bei Ihnen der Antrag auf Sonderurlaub im Todesfall aktuell anliegen, empfiehlt sich eine kurze Rücksprache mit der Personalabteilung oder direkt mit Ihrem Vorgesetzten.

Bekommt man während des Sonderurlaubs im Todesfall Gehalt?

So oder so sollten Sie Ihrem Vorgesetzten erläutern, in welcher Situation Sie sich aktuell befinden. Diese ist meistens sehr schwierig und betrifft Sie persönlich. Sie brauchen aber nicht nur Zeit, um sich mental zu fassen, sondern eventuell auch, um die Bestattung auszurichten – beides Gründe, die auch das BGB als ausreichend für eine weiterlaufende Lohnfortzahlung während des Sonderurlaubs im Todesfall ansieht, sofern der Urlaub nicht übermäßig lang dauert. Und: Der Sonderurlaub im Todesfall darf auch nicht von Ihren normalen Urlaubstagen abgezogen werden.

Beamte und öffentlicher Dienst

Während für Angestellte keine ganz feste gesetzliche Regelung gilt, sondern hier auch ein wenig auf das Verhältnis zum Arbeitgeber gebaut wird, gibt es für den Sonderurlaub im Todesfall für Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst sehr wohl feste Vorgaben: Beide Berufsgruppen erhalten beim Tod von Ehepartnern, Kindern oder Eltern jeweils 2 Tage Sonderurlaub.



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